Etappe 27 – Der Mais ist heiß

Etappe 27 – Der Mais ist heiß

Die vergangene Nacht kann ich wieder nicht als besonders erholsam einstufen. Es gibt echt angenehmere Dinge, als ungeduscht eine Nacht im heißen Zelt zu verbringen. Es kühlt nachts ja leider nicht wirklich ab, so dass die Temperaturen auch um 11 Uhr abends noch bei noch bei 20 bis 25 Grad liegen. An diesem Morgen habe ich mir also kurz gewünscht, dass vor dem York schon ein “New” steht. Aber damit es soweit kommt, hieß es auch heute wieder Kilometer machen!

Ein ziemlich auffallendes Ortsausgangsschild

Mittlerweile habe ich genug von meinen Hörbüchern und ich bin zur musikalischen Unterhaltung umgeschwenkt. Die war auch nötig, da auf dem ersten Teil des Tages nicht viel passierte. Die Landschaft bestand fast ausschließlich aus Maisfeldern, die aber noch nicht so hochgewachsen waren, wie es zu dieser Jahreszeit eigentlich normal wäre. Das Wetter geht anscheinend auch an den Pflanzen nicht spurlos vorbei.

Die Straße war auf den ersten 30 km ziemlich schlecht, dafür aber auch wenig befahren. Je näher ich dann der nächstgrößeren Stadt kam, desto besser wurde der Untergrund. Schlechte Straßen bin ich ja aber schon gewohnt.

“Strom ready county”. Es scheint also eine Auszeichnung für Landkreise zu geben, die sich besonders vorbildlich auf starke Stürme vorbereitet haben. Hoffentlich werde ich keinen davon erleben. Im Hintergrund: Maisfelder
Der 4. Juli, also der amerikanische Unabhängigkeitstag, steht bevor. Überall wird in solchen rot-weißen Zelten Feuerwerk verkauft.
In manchen Städten/Dörfern hängen an jeder Laterne solche Plakate auf denen Soldaten der verschiedenen Kriege, an denen die USA teilgenommen hat, zu sehen sind. Sergeant Brauckmuller hätte aber doch vielleicht etwas lächeln können.

Völlig ‘zufällig’ und ‘ungeplant’ kam ich in Lincoln, einer im Vergleich recht großen Stadt, bei Dairy Queen vorbei, um einen kleinen Burger und ein Eis zu essen. Beim Betreten und Verlassen des Restaurants wurde mir die unfassbare Hitze nochmal richtig bewusst. Mein T-Shirt war in kürzester Zeit wieder komplett durchnässt.

Da habe ich wohl nicht richtig auf die Karte geguckt. Ich überquerte doch nochmal meinen Platte River, diesmal aber wirklich zum letzten Mal.
Die Flaggen aller 50 Bundesstaaten fein säuberlich aufgereiht. Warum? Keine Ahnung!

Nachdem ich Lincoln wieder verlassen hatte, kam langsam die Frage nach einer Übernachtungsmöglichkeit auf. Ich hatte keine große Lust bis Omaha zu fahren, da es schon recht spät war. Also entschied ich mich auf dem KOA Campingplatz in Gretna zu bleiben, natürlich nur weil es keine Alternativen gab.

Die Nacht war also mal wieder viel zu teuer, aber ich konnte wenigstens wieder richtig duschen und meine Sachen waschen. Chickenwings und ein Eis aus dem Campingshop waren dann heute mein reichhaltiges Abendessen.

Vielleicht kann man es erkennen. Der ganze Campingplatz war voll von Glühwürmchen.

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