Etappe 19 – Raus aus den Bergen

Etappe 19 – Raus aus den Bergen

Nach den doch recht bergigen Etappen der letzten Tage, erwartete mich heute erstmal ein langes und flaches Stück entlang eines Canyon. Gegen ein bisschen entspanntes bergab fahren hatte ich wirklich nichts einzuwenden.

Die Fluss durch den Canyons schien ein sehr beliebtes Ziel für Raftingausflüge zu sein. Mir kamen auf jeden Fall zahlreiche umgebaute Schulbusse mit riesigen Booten auf dem Dach entgegen. Auch auf meinem Campingplatz war schon eine Gruppe aktiv und hatte mich somit auch gleich mit geweckt.

Nach 30 km hielt ich an einem Campingplatz, an dem ich meine Flaschen auffüllen wollte. Hier habe ich auch das erste Mal erlebt, dass man mich ohne Wasser wieder weggeschickt hat. Es käme ja in 5 Meilen eine Tankstelle, sagte man mir. Naja, wenigstens konnte ich dort dann auch noch ein Eis kaufen.

Der Fluss hat, wie alle Flüsse im Moment, Hochwasser.

Kurz vor Cañon City, der einzigen halbwegs großen Stadt auf meiner Strecke heute, musste ich dann doch tatsächlich eine Steigung hinauffahren. Im Vergleich war diese aber sehr harmlos. Oben angekommen hätte ich die Möglichkeit gehabt die Royal Gorge Bridge anzuschauen, aber mir war der Umweg leider etwas zu groß. Wenn man mit dem Fahrrad unterwegs ist, kann man nicht einfach mal einen 20 Kilometer Umweg machen.

Ein Blick zurück auf die schneebedeckten Gipfel.

In Cañon City musste ich heute zwei Dinge erledigen. Zum einen hatte ich mal wieder großen Hunger und zum anderen lief mein Handyvertrag ab. Das mit dem Handy war schnell erledigt. Nun war da nur die Frage wo ich essen gehe. Vor kurzem hatte ich ein Video gesehen, das Warren Buffett und Bill Gates bei der Fast-Food Kette Dairy Queen zeigt. Dairy Queen ist hauptsächlich bekannt für spezielles Softeis, das nach der Zubereitung vor den Augen der Kunden einmal auf den Kopf gedreht wird (warum auch immer). Das musste ich natürlich ausprobieren! Da hat die PR-Aktion mit den beiden Superreichen also schon mal einen zusätzlichen Kunden angelockt.

Neben dem Softeis gibt es natürlich auch noch Burger und Pommes.

Nachdem ich mich also mal wieder besonders gesund gestärkt hatte, musste ich also eine Unterkunft für die Nacht finden. Ich entdeckte auf Google einen relativ abgelegenen Campingplatz, aber es gab in der näher keine wirklichen Alternativen. Also nahm ich einen kleinen Umweg in Kauf.

Der Campingplatz stellte sich als echter Glücksgriff heraus. Ina, die Managerin, war super nett und von meiner Tour begeistert. Sie hatte selbst sogar eine Jahre Deutschunterricht gehabt. Außerdem lernte ich dann noch David kennen. Er ist Deutsch-Amerikaner, lebt in seinem Wohnmobil und verdient seinen Lebensunterhalt als Tandem-Fallschirmspringer. Das heißt er springt, hauptsächlich mit Touristen, aus dem Flugzeug und bringt seine Partner dann wieder sicher zu Boden. Durch David habe ich viele Einblicke in die Fallschirmspringerszene und grundsätzlich das Leben hier in den USA bekommen. Das war wahnsinnig interessant! Netflix hatte sogar schon bei ihm angefragt, da die seine Lebensgeschichte verfilmen wollten.

Der Campingplatz an sich war auch super. Saubere Duschen und Toiletten und ich musste nur 10 Dollar bezahlen. Super, dass ich hier gelandet bin. Allerdings bin ich ein bisschen spät ins Bett gegangen, da ich mich noch lange mit David unterhalten habe.

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