Etappe 18 – Der Monarch und ich

Etappe 18 – Der Monarch und ich

Bei dem Monarchen handelt es sich nicht um einen Menschen sondern um den Pass bzw. Berg, den ich heute bezwingen musste. Es ging also auf zum höchsten Punkt meiner Tour.

Die ersten 55 km heute waren relativ unspektakulär und flach. Kurz bevor ich aber den Aufstieg begann, kam ich zum Glück noch bei einer Tankstelle vorbei. Ich füllte meine Flaschen auf und gönnte mir ein Eis. Dann ging es für über 14 km nur noch bergauf. Teilweise musste ich Stellen mit 8% Steigung bewältigen. Es gab aber genug Haltebuchten an der Straße, an denen ich Pause machen konnte. Der Seitensteifen war dagegen aber nicht sehr großzügig. Mit zunehmender Höhe wurde es außerdem spürbar kälter und als dann noch ein bisschen Regen dazu kam, kramte ich meine lange Hose und Jacke raus. Auf dem letzten Drittel war die Umgebung dann zunehmend mit Schnee bedeckt.

Eine der Haltebuchten
Ein Blick zurück nach unten. Da hinten rechts ist die Straße im Tal zu sehen.
Der Gipfel kommt näher.

Nach 3 1/2 Stunden Aufstieg war ich sehr froh den 3448m hohen Gipfel des Monarch Pass erreicht zuhaben. Nur zum Vergleich: Die Zugspitze ist 2962m hoch. Ich bin jeden einzelnen der 3448m mit eigener Kraft hochgefahren. Da es doch recht frisch dort oben war, blieb nicht viel Zeit stolz auf mich selber zu sein.

Das Gipfelfoto!

Ich hätte die Möglichkeit gehabt mit einer Seilbahn auf einen Aussichtspunkt hochzufahren, aber das Wetter war zu schlecht dafür. Der Souvenirshop hatte auch nichts Interessantes zu bieten, also bin ich nach einer kurzen Pause auch schon wieder den Berg runtergerollt. Interessant ist noch, dass ich die kontinentale Wasserscheide überquert habe. Von nun an fließen alle Flüsse in den Pazfik und nicht mehr in den Atlantik.

Auf dem Weg nach unten musste ich besonders vorsichtig sein, da die Straße noch nass war. Zusätzlich hatte ich alles an wärmenden Kleidungsstücken an, die ich dabei hatte. Trotzdem war es unfassbar kalt. Völlig verkrampft saß ich im Sattel bis ich endlich wieder in wärmere Höhen vorgedrungen war.

Schlechtes Wetter, aber das Schild ist vielversprechend.

Bis Salida musste ich eigentlich gar nicht in die Pedalen treten. In der Stadt angekommen, kehrte ich bei einem kleinen Burger Restaurant ein und nahm mein Essen mit. Mein entgültiges Ziel für heute war nämlich ein Campingplatz etwa 5 km außerhalb von Salida. Übersetzt aus dem Spanischen heißt das übrigens Ausgang. Passt ja auch irgendwie, da ich die Rocky Mountains jetzt langsam wieder verlasse.

Der Campingplatz stellte sich als ziemliche Enttäuschung heraus. Ziemlich teuer, ohne Strom, ohne Wasser und auch ohne vernünftigen Boden für Zelte. Es war windig und regnete zusätzlich. Ich hatte einen leichten Stimmungstiefpunkt, der allerdings durch den Burger und die Pommes wieder etwas aufgebessert werden konnte. Morgen finde ich bestimmt eine bessere Übernachtungsmöglichkeit.

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