Etappe 15 – Auf in die Berge

Etappe 15 – Auf in die Berge

Die erste Etappe in den Rocky Mountains stand mir also heute bevor. Chris hatte schon gesagt, dass der Anstieg nicht so besonders schwierig sein soll und ich war gespannt wie ich vorwärts kommen würde.

Wichtig war aber zu erst einmal das Frühstück. Chris machte mir Kaffee und frisches Rührei von den Eiern, die seine eigenen Hühner gelegt hatten. Das war echt super und ich war nochmal besonders dankbar für seine Gastfreundschaft.

Da ich aber noch ein paar mehr Kalorien für den Tag brauchte, ging ich anschließend noch in einem kleinen Diner ein Sandwich essen. Das war echt super lecker!

Die ersten 20 km radelte ich nur leicht bergauf und ich kam echt gut vorwärts. Die Bergstraße folgte einem Fluss und deswegen waren keine wahnsinnigen Steigungen zu erwarten. Mit zunehmender Höhe wurde es aber doch etwas steiler und kurz vor dem Gipfel war ich nur noch sehr langsam unterwegs.

Der Fluss, dem ich den Berg hinauf folgte.
Ich komme den Gipfeln näher.

Vor kurzem hatte es hier wohl noch einen Schneesturm gegeben, heute waren aber nur noch ein paar eisige Überreste am Straßenrand zu sehen. Relativ entspannt erreichte ich also den zweithöchsten Punkt meiner Tour.

Auf dem Gipfel des Lizard Head Pass. 10.222 Fuß oder auch 3.150 m

Nun ging es ein kurzes Stück bergab, dann aber auch gleich wieder hinauf. Langsam merkte ich doch, dass der Anstieg einige Kraft gekostet hatte. Ich würde es aber trotzdem auf jedem Fall noch bis Telluride schaffen.

Nach dem zweiten Anstieg rollte ich dann hauptsächlich nur noch bergab und traf wenig später an meinem Ziel, dem Campingplatz in Telluride, an. Ich hatte auch verschiedenen Warmshowers Gastgebern geschrieben, aber keiner konnte mich für die Nacht aufnehmen. Zum Glück gab es ja den Campingplatz in der Nähe des Stadtzentrums, dachte ich.

Unfassbar! Eine Straße extra für Fahrräder. Ich glaube man nennt sowas Fahrradweg. Sicher bin ich mir allerdings nicht.

Dort angekommen sah ich überall Schilder mit der Aufschrift: “Campground full”. Da ich ein grundsätzliches Misstrauen gegenüber Schildern habe und dazu noch absolut keine Lust weiter zu fahren, suchte ich nach einer Lösung doch noch auf diesem Platz bleiben zu können. Neben den normalen Stellplätzen gab es nämlich auch noch einen Bereich für “primitive camping”. Das heißt normalerweise, dass man sich in diesem Bereich so hinstellen kann wie man will, da es keine Anschlüsse oder feste Stellplätze gibt. Der primitive Bereich hier in Telluride bot bestimmt Platz für weit über 20 Zelte, aber man hatte sich entschlossen das ganze Gebiet in vier Bereiche einzuteilen. Diese vier Bereich waren offiziell natürlich schon vergeben, aber es war noch mehr als genug Platz für zahlreiche Zelte. Ich dachte mir, ich frage einfach, ob ich mich irgendwo dazustellen könne. Da nirgends jemand zu sehen war, platzierte ich mein Zelt einfach irgendwo. Die eigentlichen Mieter würde ich dann einfach im Verlauf des Abends fragen. Was sollen die schon dagegen haben.

Da es doch noch recht früh am Abend war, hatte ich noch Zeit mir die Stadt anzusehen. Ich wanderte an einem Fluss entlang und kam so zurück ins Stadtzentrum. Telluride ist hauptsächlich eine Stadt für Touristen und Skifahrer. Es gibt hier viele kleine und recht geschmackvolle Läden und ein paar gute Restaurants. Das Beste ist aber eindeutig die Seilbahn. Die ist völlig kostenlos und wird hier als normales Verkehrsmittel genutzt.

Kleine Wanderung an diesem Fluss.
Der Blick hinunter auf Telluride.

Oben auf dem Berg gibt es einen Supermarkt. Ich kaufte dort ein paar Sachen ein und fuhr wieder zurück. Die Gondel hatte ich sogar für mich alleine. Was da für ein Kostenaufwand entsteht um diese Seilbahn zu betreiben. An jeder der insgesamt fünf Haltestellen stehen fast rund um die Uhr Mitarbeiter und helfen einen beim aus- und einsteigen.

Die Bergstation.

Auf dem Rückweg kam ich an einem Immobilienmakler vorbei und schon war mir klar wo das ganze Geld herkommt. Diese Gegend scheint ein Urlaubsparadies für die reiche Oberschicht zu sein.

Auf dem Campingplatz war immer noch niemand zu sehen und so konnte sich auch niemand über mich, den illegalen Untermieter beschweren. Vielleicht bleibe ich ja sogar noch eine Nacht länger hier. Ein bisschen Erholung könnte ich mal wieder gebrauchen.

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