Etappe 11 – Navajo Nation

Etappe 11 – Navajo Nation

Zugegebenermaßen hatte ich leichte Zweifel, dass ich die heutige Etappe schaffen kann. Mir standen 120 km bergauf und am Ende auch noch etwa 20 km ohne befestigte Straße bevor, um den Campingplatz zu erreichen. Mein Fahrradnavi zeigte mir über 10 Stunden reine Fahrtzeit an.

Da ich noch vor dem Wecker wach wurde, entschloss ich mich nicht noch einen Tag länger in Page zu bleiben. Ich hätte mir noch den Lake Powell anschauen können, aber wenn ich mir wirklich alles in dieser Gegend ansehen würde, könnte ich gleich noch ein paar Wochen länger hier bleiben. Auf meiner Route gibt es allgemein wahnsinnig viele Sehenswürdigkeiten, an denen ich ich leider vorbei fahren muss.

Kurz nachdem ich die kleine Stadt verlassen hatte, befand ich mich im Gebiet der Navajo Nation. Das ist ein Bereich in dem hautsächlich amerikanische Ureinwohner Zuhause sind.
Ich kam trotz der Steigung gut voran und nach ca. 50km Wüstenlandschaft erreichte ich das kleine Dorf Kaibito. Hier holte ich mir erstmal Wasser, Sandwiches und Eis zur Stärkung. Auch mehrere Indianer (ich weiß nicht ob man das überhaupt so sagen darf/sollte) zeigten sich sehr interessiert an meinem Vorhaben und meinem Fahrrad. Einer gab mir sogar ein kleines Heftchen zum Lesen mit.

Landschaftlich hat sich heute nicht wahnsinnig viel getan.

Auch die restlichen 50 km auf befestigter Straße brachte ich problemlos hinter mich.
Um nun zum Campingplatz zu gelangen, gab es zwei Optionen. Eine unbefestigte, aber kürzere Holperpiste, sowie eine befestigte, aber weiter entfernte Straße, hatte ich also zur Auswahl. Da ich so gut in der Zeit war, entschied ich weiter auf der befestigteten Straße zu bleiben.

Ungerade Zahlen auf den Schildern sind immer ein gutes Zeichen. Der höchste Punkt ist erreicht.

Auf dem letzten Stück hielt eine Frau in ihrem Wagen neben mir an und bot mir umsonst selbst gebackene Muffins und Tamale (mexikanisches Gericht in Maisblätter eingepackt) an. Wie sich herausstellte, hatte sie die Sachen extra für eine Party gemacht und wollte sie dort verkaufen. Die Logik dahinter hab ich nicht so ganz verstanden, aber es sah alles auf jeden Fall sehr lecker aus. Sie gab mir ein Stück Tamale und einen Muffin. Mein Abendessen war also schon Mal gesichert.

Mein Päckchen Tamale.

Ich spielte mit dem Gedanken sogar weiter nach Kayenta zu fahren, aber entschied mich dagegen. Es gibt dort nur überteuerte Motels und keine Campingplätze. Theoretisch hätte ich es sogar noch bis zum Monument Valley geschafft. Am Ende wären das dann aber über 200 km gewesen und ich wäre zusätzlich im Dunkeln angekommen. So musste ich also in den sauren Apfel beißen und einen 17 km langen Umweg zum Campingplatz fahren. Das hatte allerdings zwei Vorteile. Zum einen ist der Platz kostenlos und zum anderen musste ich mich nicht über irgendwelche Sandstraßen quälen. Das eine Mal, am Anfang meiner Tour, hatte doch bleibenden psychischen Schaden hinterlassen.

Der Zeltplatz “Sunset View” machte seinem Namen alle Ehre und der Sonnenuntergang war echt schön zu sehen. Normalerweise wären, für einen vergleichbaren Platz, bestimmt 20 Dollar fällig gewesen. Dafür bin ich den Navajo auf jeden Fall dankbar.

Einfahrt in das Navajo National Monument, wo sich auch der Campingplatz befindet.
Mein Zeltplatz.
Tamale im ausgepacktem Zustand.
Blick vom Campingplatz ins Tal, kurz vor Sonnenuntergang.
“Sunset View”

Schließlich war ich also froh nicht weiter gefahren zu sein. Die gesparten Kräfte werde ich wohl noch brauchen.

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