Etappe 9 – Zelten am Colorado River

Etappe 9 – Zelten am Colorado River

Kaum vorstellbar, dass ich heute den kompletten Höhenunterschied zwischen dem Plateau des North Rim und dem Colorado River tief unten im Tal zurückgelegt habe. Da ich den mehr oder weniger berühmten Fluss vom North Rim nicht richtig sehen konnte, wollte ich ihn wenigstens einmal aus nächster Nähe betrachten. Ich hatte sogar die Illusion, dass ich ja vielleicht sogar im Fluss baden könnte. Neben dem Campingplatz war auf der Karte schließlich ein “Beach” eingezeichnet.

Zunächst hieß es aber die 70 km Sackgasse zwischen dem North Rim und Jacob Lake wieder zurückzufahren. Bevor ich jedoch den Campingplatz verlassen konnte, kamen zwei Österreicher auf mich zu, die ebenfalls Radreisende waren. Allerdings wollten sie nicht von Küste zu Küste fahren, sondern ‘nur’ eine kleinere Rundtour unternehmen. Nach 9 Tagen auf dem Rad also erst meine zweite Gruppe von Gleichgesinnten.

Die Strecke bis Jacob Lake war, wie auf der Hinfahrt, sehr schön anzusehen und ich kam relativ schnell vorran. Dort angekommen gönnte ich mir trotzdem erstmal ein leckeres Softeis, bevor es dann an den eigentlichen Abstieg ging.

Die 80 km bis Marble Canyon gingen dann, bis auf ein paar kurze Ausnahmen kontinuierlich bergab. Teilweise musste ich sogar relativ steile Serpentinen runterrollen. Der Ausblick war aber echt genial. Zum Schluss hin wurde es dann doch noch etwas flacher und ich musste wieder etwas stärker in die Pedalen treten.

Tolle Aussicht ins Tal und auf die Serpentinen.
Immer Mal wieder begegne ich kleinen Mini Canyons.

Unten in Marble Canyon angekommen, waren es noch gut 10 km von der Hauptstraße bis zum Campingplatz direkt unten am Fluss. Begeistert sah ich, dass es in dem Städtchen eine Münzwaschmaschine und Münzdusche gab. Nach Tagen der Abgeschiedenheit hätte ich das gut gebrauchen können. Ich beschloss also erst zum Campingplatz zu fahren, mein Zelt aufzubauen und dann wieder zurück in die Stadt zu kommen.

Kurz vorm Campingplatz, musste ich mal wieder einen Nationalpark betreten und Schilder forderten mich auf an einem Automaten 15 Dollar Eintritt zu bezahlen. Da die Übernachtung an sich schon 20 Dollar kosten sollte, habe so getan als hätte ich gar nichts gesehen und bin ohne zu bezahlen weitergefahren.

Der Eingang des Parks.

Als ich endlich angekommen war, baute ich mein Zelt auf und stellte fest, dass der Boden auch aus Beton hätte sein können. Mit Zeltheringen in den Boden stecken war da nichts. Gut, dass mein Zelt auch ohne Heringe steht, dachte ich. Zur Beschwerung hatte ich ja meine Taschen hineingestellt.

Die kurze Pause auf einer Bank nahm mir dann jegliche Motivation nochmal zurück, den recht steilen Anstieg hoch, in die Stadt zu fahren. Eine weitere Nacht ohne Dusche, saubere Wäsche und richtiges Abendessen.

Jetzt wollte ich, zum Abschluss des Tages, noch den Fluss und den Strand sehen.
Der Colorado River ist definitiv kleiner, als ich ihn mir vorgestellt hatte. Dafür ist die Strömung doch recht ordentlich und aus dem schwimmen im Fluss wurde nichts. Der Strand kann sich auch nur wegen dem bisschen Sand Strand nennen. Trotzdem war der Blick auf den Fluss und die roten Felsen schön anzusehen.

Definitiv kein Badestrand.

Der Wind war so heftig, dass sich mein Zelt, während meiner Abwesenheit, komplett überschlagen hatte. Wieder einmal hieß es also improvisieren. Ein paar Reste einer Schnur aus meiner Krimskrams Tasche habe ich um herumliegende Steine gewickelt und so das Zelt halbwegs windfest gemacht. Die restliche Nacht verlief dann ohne weitere Probleme.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.