Ein Tag am Grand Canyon

Ein Tag am Grand Canyon

Gestern beim Betreten des Grand Canyon National Park habe ich für meine 20 Dollar noch eine Übersichtskarte mit allen wichtigen Einrichtungen und Wanderwegen des North Rims bekommen. Auch wenn es im nördlichen Teil des Canyons bei weitem nicht so viele Restaurants, Hotels usw. gibt, kann man hier doch schon noch einiges sehen.
Bei dieser Fülle an möglichen Aussichtspunkten und Wanderstrecken war es nur logisch erstmal bis zum frühen Mittag im Zelt liegen zu bleiben und auszuschlafen. Ich rechtfertigte das damit, dass die etwas weiter entfernten Aussichtspunkte nur mit dem Fahrrad zu erreichen wären. 80km hügelige Kilometer hin und zurück an einem Ruhetag waren mir dann doch zu weit. Außerdem habe einen der wohl besten Ausblicke direkt vor meiner ‘Tür’.

Da der Campingplatz etwa 3km zu Fuß vom Hotel, Geschenkeladen, Restaurant, Pub, Aussichtspunkt und Sandwichladen entfernt ist, beschloss ich zu Fuß dorthin zu wandern. Der Pfad durch den Wald führte direkt an meinem Zeltplatz entlang und folgte der Kante des Canyons. Das sorgte immer für wieder atemberaubende Ausblicke ins Tal.

Zu dem Zeitpunkt war ich echt froh am North Rim und nicht am South Rim gelandet zu sein, da mir während der gesamten Wanderung nur etwa 10 Leute entgegen kamen. Das änderte sich natürlich, als ich an der zentralen Hütte ankam, wo ich gestern schon das Buffet ausgenutzt hatte. Überlaufen war es dort trotzdem nicht.

Wenn man etwa einen halben Kilometer vom Hotel auf eine Felsspitze wandert, kann man fast bis zum Colorado River hinunter sehen.

Direkt neben dem Wanderweg geht es ohne irgendeine Art von Geländer in die Tiefe.
Horizontal im Hintergrund verläuft der Colorado River. Irgendwo auf der Kante im Hintergrund liegt auch das South Rim. Der Rim-to-Rim Wanderweg verläuft von der linken unteren Bildecke bis zum Fluss und steigt dann an bis zum South Rim.

Wieder am Hotel hätte ich mir bei der Aussicht gerne Mal ein Bierchen gegönnt, aber da war ja was mit dem Alter.
Nicht schlimm, da ich wenig später mit einem professionellen Fotografen aus Kanada ins Gespräch kam, der mich auf dem Campingplatz gesehen hatte. Natürlich erzählte ich von meiner Tour, es war aber auch mal sehr interessant zu hören wie das Leben als richtiger Fotograf ist. Ich hätte mir gerne auch seine YouTube Videos angeschaut, doch meine Französchkenntnisse sind doch eher bescheiden bis nicht nicht vorhanden. Ich bekam noch den Tipp mir den Sonnenuntergang auf der Felsspitze anzusehen. Mich sprach aber, gleich nachdem der Kanadier gegangen war, ein amerikanisches Paar an, welches unsere Unterhaltung mit einem Ohr belauscht hatte. Hauptsächlich ging es um Erfahrungen vergangener Reisen.
Bis zum Sonnenuntergang war noch etwas Zeit, also musste ich erstmal was essen. In der angrenzenden Sandwichbude holte mir ein ein Pulled Pork Sub. Erstmals erfuhr ich hier auch den Unterschied zwischen einem Sandwich und einem Sub. Eigentlich sollte ich sowas wissen, da ich ja auch langjähriger Stammkunde bei Subway bin. Ich habe da bis jetzt keinen Unterschied gesehen, aber hier in Amerika scheint das irgendwie wichtig zu sein. Ein Subwich ist also ein längs zur Hälfte aufgeschnittenes Baguette mit Belag. Ein Sandwich dagegen besteht aus aufeindergelegten Toastscheiben, natürlich ebenfalls mit Belag dazwischen. Bildungsauftrag für heute erfüllt!
Zurück auf der Felsspitze habe ich dann über eine Stunde auf den Sonnenuntergang gewartet.

Langsam wird es dunkel.
Meine Schuhe haben nach dieser Tour wohl leider langsam ausgedient.

War zwar schön anzusehen, hat mich jetzt ehrlich gesagt nicht umgehauen. In der Dämmerung wanderte ich dann wieder zurück zu meinem Zeltplatz. Morgen geht es dann wieder zurück in die Wüste.

Der Mond ist schon zu sehen. Der Sternenhimmel später war umwerfend!

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