Etappe 6 – Der Canyon und die Baustelle

Etappe 6 – Der Canyon und die Baustelle

Der Großteil meiner Route verläuft heute entlang des Virgin Rivers. Dieser schlängelte sich durch einen durch eine Bergkette, die es heute zu durchqueren galt.

Meine Zeit im Hotelzimmer reizte ich bis zum Check-out um 11 Uhr voll aus. Anschließend übergab ich noch meine kleinen Geschenke an die Mitarbeiterinnen des RV-Parks. Es hat mich echt gefreut solch nette und hilfsbereite Menschen kennenzulernen.

Kurz darauf überschritt ich die Grenze nach Arizona. Mein dritter Bundesstaat auf der Tour. Nun ging es entlang des Flusses für 20 km durch eine schöne Felslandschaft, bevor ich den letzten Abschnitt auf der I-15 auf mich nahm. Dieser letzte Teil auf dem Interstate hatte es in sich.

Sobald die Autobahn begann sich durch die Bergkette zu schlängeln, fuhr ich durch eine Baustelle. Grundsätzlich ist dieser Abschnitt nicht für Fahrräder geeignet, da an einigen Brücken der Seitenstreifen einfach aufhört und man auf die Fahrbahn wechseln muss. Zum Glück bremste die Baustelle die Autos und Trucks aus. Auch konnte ich für einige Zeit auf der gesperrten linken Spur fahren. Mittendrin stand einmal ein Bagger in meinem Weg und ich musste absteigen und Absperrpfeiler beiseite räumen. Der unglaubliche schöne Blick auf die Berge und den Fluss wurde mir also durch die nervige Verkehrssituation vermiest. Ich wollte einfach nur noch weg von der Autobahn.

Kurz bevor ich die Ausfahrt nehmen konnte, überquerte ich noch meine zweite Grenze für diesen Tag. In Utah und Arizona beginnt nun das Durcheinander mit der Zeit. Arizona ist eigentlich in der gleichen Zeitzone wie Kalifornien und Nevada. Außnahmen sind die Indianergebiete, welche in der Utah Zeitzone sind. Ich fuhr heute nach Utah, fahre morgen zurück nach Arizona, dann in die Indianergebiete hinein und wieder hinaus und schließlich wieder nach Utah. Ein völliges Durcheinander mit der Zeit.

Ich bekam langsam echt Hunger und merkte, dass ich antriebsloser wurde. Aber es gab auf dem Weg an mein Ziel keine Gelegenheit irgendwo etwas Essbares aufzutreiben. So musste ich also auf meine Dose Erdnüsse und zwei Äpfel aus meiner Reserve zurückgreifen. Das war nicht besonders nahrhaft, aber ich hoffte am Abend irgendwo Essen gehen zu können.

Die letzten knapp 30 km führten mich endlich auf eine wenig befahrene Landstraße. Relativ spät erreichte ich den Sand Hollow State Park, um auf dem dortigen Campingplatz zu übernachten. Am Eingang in den Park war man sich nicht sicher in welche Fahrzeugklasse ein Fahrrad fällt. Ich musste am Ende nur den Besucherpreis von 5 Dollar bezahlen. Für eine Nacht auf einem Campingplatz mit Dusche ist das ziemlich günstig. Das darf in Zukunft gerne so bleiben. Aber ich denke mal, dass private Campingplätze teurer sind.

Zelt und Fahrrad am See geblendet von der untergehenden Sonne.

Ich baute also mein Zelt auf und versuchte mein Glück im Restaurant vor Ort, welches aber bereits geschlossen hatte. Aus Verzweiflung kaufte ich mir eine Packung M&Ms und aß den Rest meiner Erdnüsse.
Den Rest des Abends saß ich dann noch am See und ging anschließend duschen.
Morgen früh werde ich wohl als allererstes was Essbares aufzutreiben.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.