Etappe 5 – Ein heißer Tag mit glücklichem Ende

Etappe 5 – Ein heißer Tag mit glücklichem Ende

Auch heute hatte ich mir mal wieder vorgenommen früh aufzustehen. Schließlich standen mir über 140 km bis Mesquite bevor. Aber mein Schlafrythmus ist nicht darauf eingestellt. So bin ich also erst um 9 aufgestanden. Vor der Abfahrt aus Las Vegas musste ich aber noch unbedingt Wäsche waschen. In einem nahegelegenen Waschsalon habe ich meine Wäsche in die Maschine geworfen und bin in der Wartezeit in dem angrenzenden Asiamarkt einkaufen gegangen. Dieser stellte sich als riesig heraus und es war interessant die ganzen Asiaprodukte zu durchstöbern. Besonders faszinierend waren aber die Kassen und der Mann vor mir. Dieser kaufte 7 gigantische Melonen und alle mussten einzeln gewogen und in Dutzende von Plastiktüten verpackt werden. Und das dauerte…

Um 11 Uhr konnte ich dann aufbrechen und mich wieder in die Wüste begeben.

Im Norden von Las Vegas befindet sich ein großer Air Force Stützpunkt, an dem ich vorbeifuhr, um aus der Stadt herauszukommen. Man hatte sich dort entschlossen, heute die neusten Kampfjets des Militärs vorzuführen. Ich fand es unglaublich beeindruckend wie die Jets von der Landebahn senkrecht in den Himmel schossen und dabei Manöver vollführten, bei den mir schon beim zusehen schlecht wurde.

Der Blick zurück auf Las Vegas. Links ist ein Kampfjet zu sehen.

Der Rest des Tages verlief angenehm unaufregend. Ich machte auf halber Strecke halt bei Subway und traf dabei einen netten Trucker, der sehr interessiert an meinem Vorhaben war. Allgemein ist es erstaunlich, wie viel Aufmerksamkeit mein voll gepacktes Rad auf sich zieht. Die meisten Menschen, die mich ansprechen, sind sehr interessiert, halten mich aber für total verrückt. Warum sollte man das Rad nehmen, wenn man auch einfach ins Auto steigen könnte?

Das einzig Qualvolle an diesem Tag war die Hitze. Die Sonne brannte erbarmungslos und sorgte für einen täglichen Wasserverbrauch von über 6 Litern. Trotzdem scheine ich dabei noch sehr viel Glück zu haben in diesem Jahr. Alle sagen mir, es sei ungewöhnlich kalt für diese Jahreszeit. Bis zu 40°C wären wohl eigentlich normal. Ich glaube das würde ich nicht den ganzen Tag aushalten.

Angekommen in meinem Zielort Mesquite, wollte ich probieren, ob mich einer der RV-Parks auf dem Gelände zelten lässt. RVs sind im Grunde genommen Wohnmobile. Den amerikanischen Größenverhältnissen angepasst, versteht sich.

Manchmal nehmen diese RV-Parks also auch Zelte auf, die Parks in Mesquite allerdings nicht. Beim zweiten Park hatte die Mitarbeiterin Mitleid mit mir, als sie mir sagen musste, dass sie keinen Platz für mich hat. Mittlerweile war es dunkel geworden und der nächste Campingplatz war über zwei Stunden entfernt. Sie rief also eine Bekannte an, die Kontakte zu einem örtlichen Hotel hat. Sie organisierte mir eine kostenlose Übernachtung dort. Ich war überglücklich! Normalerweise hätte das Zimmer 120 Dollar gekostet.
Für meine beiden Helferinnen kaufte ich je eine Familienpackung Werther’s Originale und Haribo. Die 20 Dollar war mir das auf jeden Fall wert.

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