Etappe 4 – Durch den Wirbelsturm nach Las Vegas

Etappe 4 – Durch den Wirbelsturm nach Las Vegas

Den Tag heute habe ich ruhig begonnen, um mich auf den bevorstehenden Anstieg vorzubereiten. Zur Stärkung habe ich mir also erstmal ein Frühstück bei Denny’s gegönnt. Das ist zwar eine große Diner-Kette, aber muss man ja trotzdem mal ausprobiert haben. Nach zwei großen Sandwiches startete ich, vorbei am weltgrößten Thermometer, in Richtung Las Vegas.

Das riesige Thermometer zeigt morgens um 10 Uhr schon 79°F (26°C).

Der Anstieg dauerte und war in der prallen Sonne ziemlich mühsam. Ich habe in diesen dreieinhalb Stunden bestimmt vier Liter Wasser getrunken, fast mein kompletter Vorrat. Oben angekommen war der Blick ins Tal hinunter nicht sehr ermutigend. Nach der Abfahrt wartete schon der nächste Anstieg auf mich.

Hier blicke ich vom zweiten Berg auf die zurückgelegte Strecke.

Mittlerweile waren Wolken aufgezogen. Das machte es ein bisschen erträglicher.

“Gefälle für die nächsten 16 km”. Sowas liest man als Radfahrer sehr gerne. Bremscheck wurde natürlich auch durchgeführt.

Der Blick in das hinter dem Berg liegende Tal war echt beeindruckend. Lies aber schon sehr deutlich erahnen, was noch auf mich zu kommen würde.

Was für ein schöner Blick ins Tal und die Wüste!
Leider folgte hinter der Kurve diese Aussicht auf eine sehr dunkle Wolkenfront. Die drei kleinen Türme sind übrigens Teil einer riesigen Solaranlage.

Zu dem immer schlechter werdenden Wetter gesellten sich auch noch heftiger Gegenwind und plötzliche Kälte. Die Abfahrt wurde also sehr ausgebremst. Unten angekommen kam ich gar nicht mehr wirklich vom Fleck. Der Wind wurde so heftig das ich mich mit ~5 km/h in Richtung Zwischenziel Primm schob. Plötzlich bot sich mir folgende Ansicht:

Die Welt um mich verschwand im Sandsturm. Sand schmeckt übrigens nicht und ist in den Augen doch eher unangenehm.

Nach einer Weile sah ich dann wie sich ein Sandwirbel formte, der stark einem Tornado glich. Er bewegte sich auf mich zu und ich bekam doch leichte Panik.

Ob man das jetzt wirklich schon als Mini-Tornado bezeichnen kann, weiß ich nicht.

Ich gab also noch mal richtig Gas um mich schnellstmöglich von dem Ding zu entfernen. Im Endeffekt war alles ziemlich harmlos. Ich hatte nur heftigen Gegenwind und Sand im Mund, mehr nicht. Trotzdem war meine Motivation und Kraft fast völlig aufgebraucht, als ich die Grenze zu Nevada erreichte. Schließlich hatte ich noch fast 70 km vor mir.

In Primm angekommen, kehrte ich erstmal bei McDonalds ein. Nach Experimenten war mir überhaupt nicht zumute. Meine Laune verbesserte sich schlagartig, als meine Wind App anzeigte, dass der Wind wesentlich schwächer werden sollte. Gestärkt ging es dann wieder aufs Rad entgültig Richtung Las Vegas. Die nächsten 40 km liefen dann super flott und reibungslos. Der Standstreifen ist nochmal deutlich besser als in Kalifornien und vorallem auch fast komplett sauber.

In Nevada scheint man sich echt Gedanken über Fahrradfahrer zu machen.

Nach fast 80 km auf dem Interstate, führten mich die Schilder auf eine parallel verlaufende, aber wesentlich ruhigere Straße. Dort bot sich mir dann ein schöner Blick für den Sonnenuntergang in der Wüste. Leider war aber auch starker Regen in Sicht.

Wenn der Regen rot leuchtet ist er schön anzusehen, das ändert sich wenn man anschließend nass wird.

Nach Einbruch der Dunkelheit fing es an, wie zu erwarten war, heftig an zu regnen. Als ich meine volle Regenmontur anlegte, drehte ein Autofahrer um und fragte mich ob alles okay sei. Sehr nett! Aber das bisschen Regen hielt mich nicht davon ab die letzten 30 km anzupacken. Hauptsächlich ging es jetzt nur noch bergab. Der schöne Blick auf die Stadt blieb mir auf Grund des Wetters versagt.

Immerhin ein paar Lichter waren zu erkennen.

Endlich im Stadtgebiet angekommen, machte ich trotz starker Ermüdungserscheinungen noch einen kleinen Umweg zum berühmten Willkommen-Schild.

Die Belichtung könnte besser sein..

Endlich erreichte ich mein Airbnb-Zimmer und konnte mich, nach einer heißen Dusche, ins Bett fallen lassen. Morgen wird dann die Stadt erkundet!

4 Antworten

  1. Robert Lenart sagt:

    Great pictures……

  2. Monika Jüssen sagt:

    Hey Sebastian, liebe Grüße aus Euskirchen. Habe gerade deine Beiträge gelesen. Wahnsinn! Ganz schön mutig so alleine. Tolle Bilder. Ich wünsche dir noch eine tolle Zeit und viel Glück!

    • Sebastian Bublies sagt:

      Hallo Monika, liebe Grüße zurück! Alleine ist so eine Tour natürlich etwas riskanter. Bis jetzt habe ich noch keine schlechten Erfahrungen gemacht. Glück kann ich aber immer gebrauchen. Danke!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.