Etappe 2 – Über den Berg

Etappe 2 – Über den Berg

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Als Sonntagsfrühstück ging es heute Morgen mit Desiree’s Familie zum mexikanischen Buffet. Das war wirklich super lecker! Danach hieß es dann Abschied nehmen und den sicheren Hafen verlassen.

To Desiree and her family:
Thank you so much for your hospitality. It was really nice to meet you. I hope to see you again soon!

Das typisch kalifornische Wetter lies sich auch heute nicht blicken. Ganz im Gegenteil. Die ersten paar Stunden des Tages regnete es eigentlich komplett durch.

Relativ schnell war ich nach dem Beginn der Etappe raus aus der Stadt. Dann hieß es für ca. 35km nur noch bergauf. Für eine Weile führ ich sogar auf der Route 66. Die war direkt daneben durch eine neuere Straße ersetzt worden, bietete aber deshalb ausreichend Platz für Fahrradfahrer.

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Nach ca. 25km war dann Schluss mit der Landstraße und es blieb mir nichts anderes übrig als meine Tour auf dem Interstate-Highway (ähnlich einer zweispurigen Autobahn) fortzusetzen. Das ging eigentlich recht gut und zügig, ist aber doch ein etwas seltsames Gefühl. Zum Glück ist der Standstreifen so breit wie eine eigene Fahrbahn. Das einzig kritische sind zum einen die Auf- und Abfahrten und zum anderen die ganzen Teile, die auf dem Seitenstreifen liegen. Wenn man nicht aufpasst, fährt man da schnell mal über einen Bolzen. Allgemein ist es erschreckend was alles neben der Fahrbahn liegt. Tonnenweise Reifenteile, gerissene Riemen, Schrauben und ganze Karosserieteile. Trotzdem gibt es als Fahrradfahrer keinen schnelleren Weg voran zu kommen.

Fahrradfahrer auf dem Interstate sieht die Polizei wohl auch eher selten. Der erste Streifenwagen, dem ich begegnete, eskortierte mich für ein kurzes Stück und rief mir dann über Lautsprecher zu: Stay safe, Buddy. Der zweite Streifenwagen fuhr kurz neben mir her und fragte ob alles okay sei. Sehr nett, dass die sich um mich kümmern!

Nachdem ich den Gipfel überquert hatte, ging es eigentlich nur noch bergab ab. Dabei wehte sogar noch ein starker Rückenwind. Ich kam gut vorran und entschied mich noch bis Barstow weiter zu fahren und nicht schon in Victorville zu übernachten. Der Abschnitt zwischen den beiden Städten stellte sich aber als problematisch heraus. Ich fuhr weiter auf einer Nebenstraße des Interstates anstatt meinem Navi zu folgen, welches mich relativ weit weg von dem direkten Weg über die Autobahn führte. Als die Nebenstraße endete, wollte ich also die Interstate Auffahrt nehmen. Dort hing aber ein großes Schild “Bicycles prohibited”. Die Schotterstraße, die sich mir nun als einzige Alternative bot, wurde nach einigen Kilometern so schlecht, dass mein Rad teilweile im Sand stecken blieb. Man lernt aus seinen Fehlern. Das nächste Mal höre ich einfach aufs Navi.

Nach anderthalb Stunden grobem Schotter und ganz viel Sand, erreichte ich die nächste Auffahrt zum Interstate und ignorierte jegliche Verbotsschilder. Vollig fertig kam ich um kurz vor 23 Uhr in Barstow an und entschied mich für eine Nacht im Motel.

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