Planung und Motivation

Planung und Motivation

Ich habe in den letzten Jahren viele Erfahrungsberichte und Reisetipps von anderen Radfahren gelesen. Schnell wurde mir wurde klar, dass ich meinen ursprünglichen Plan von Ost nach West zu fahren, auf Grund des überwiegenden Gegenwindes in dieser Fahrtrichtung, verwerfen muss. Es wäre natürlich die historisch korrekte Variante gewesen, aber es gibt nichts schlimmeres als Gegenwind. Wenn ich zwischen einem steilen Gebirgspass oder einer flachen Strecke mit Gegenwind entscheiden könnte, würde ich wahrscheinlich immer den Weg über den Pass wählen.

Da die Frage der Windrichtung geklärt war, musste ich nun noch entscheiden wo meine Tour beginnen und enden soll. Mir war klar, dass ich dabei auf jeden Fall Kompromisse machen muss. Es gibt in den USA einfach zu viel zu sehen und die Entfernungen zwischen den einzelnen Städten und Sehenswürdigkeiten sind teilweise sehr groß. Ich habe mich letztendlich für eine eher südlichere Route entscheiden. Ursprünglich sollte sie in San Francisco starten und wäre dann noch bis Los Angeles der Pazifikküste gefolgt. Doch da ich jedoch Anfang August schon wieder zurück in Deutschland sein muss, habe ich schmerzlich auf dieses Teilstück der Route verzichtet. Entscheidend dabei war auch, dass ich mehr Zeit in Los Angeles verbringen wollte. Während meiner Praktikumszeit in Sevilla habe ich Desiree aus LA kennengelernt. Sie hat mir, nachdem ich ihr von meinen Plänen erzählt habe, angeboten ein paar Tage bei ihr zu übernachten. Ich habe mich natürlich super darüber gefreut und entschieden lieber in Ruhe ein paar Tage in LA zu bleiben, als von San Francisco zu starten und dann Stress zu haben.

Wie sieht es nun mit dem Rest der Route aus? Ich weiß, dass ich am Ende in New York ankommen will/muss. Alles was dazwischen liegt, habe ich nicht 100% durchgeplant. Meistens kommt es eh anders, als man vorher geplant hat. Natürlich ist völlige Planlosigkeit, vor allem in einer so dünn besiedelten Gegend wie den mittleren Westen der USA, auch nicht besonders von Vorteil. Ich versuche einen Weg irgendwo dazwischen zu finden. Auf meinen bisherigen Touren habe ich bis jetzt immer einen Platz zum Übernachten gefunden. Ich glaube nicht, dass sich das groß ändern wird. 

Das aller Wichtigste, das ich auf meiner Reise brauchen werde, ist aber Stärke. Nicht die Stärke in den Beinen, die kommt mit der Zeit von alleine, sondern mentale Stärke. Ich kann mit Gewissheit sagen, dass der Moment kommen wird, in dem etwas schief läuft oder ich keine Lust habe 2000km auf geraden, einsamen Straßen durch Felder zu fahren. Ich kann mich also auf diesen Moment vorbereiten und dann dem Drang widerstehen einfach alles hinzuschmeißen. Noch sitze ich aber nicht im Sattel. Es kann also immer noch alles anders kommen.. 

 

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