Etappe 36 – Happy End mit Feuerwerk

Etappe 36 – Happy End mit Feuerwerk

Spannend an diesem Morgen war, dass ich meinen Zeltplatz noch gar nicht bei Tageslicht gesehen hatte und somit überrascht war noch tiefer im Wald übernachtet zu haben, als ich dachte. Der Platz hatte schon etwas Romantisches an sich, so ganz alleine im Wald.

Zurück auf der viel befahrenen Landstraße, die zum Glück einen großzügigen Seitenstreifen hatte, kam ich nach kurzer Zeit an einer Auktion in einer Scheune vorbei. Eigentlich konnte man schon nicht mehr von einer Scheune sprechen, da das Gebäude von oben bis unten mit allen erdenklichen Gegenständen befüllt bzw. überfüllt war. Anscheinend wollte der Besitzer an diesem Samstag einiges loswerden von seinen ‚Schätzen‘ und hatte dafür eigens einen Auktionator engagiert.

Von außen sieht die Scheune noch relativ harmlos aus.

Das Spektakel konnte ich mir natürlich nicht entgehen lassen und so beobachtete ich für eine Weile die Bieterschlacht. Den Auktionator konnte ich fast gar nicht verstehen, da er unglaublich schnell und mit einem heftigen Mid-West Akzent sprach. Verkaufen konnte er jedenfalls, da er es schaffte selbst die schrottigsten Dinge noch an den Mann zu bringen. Die Männer kauften und ihre Frauen standen kopfschüttelnd daneben. Gerne wäre ich noch länger geblieben, jedoch musste ich auch heute wieder etwas vorwärtskommen.

All zu viele Menschen sind aber nicht erschienen.

Auf meinem Weg heute lagen die beiden Städte South Bend und Elkhart, wobei man irgendwie nicht richtig sagen konnte wo die eine Stadt anfängt und die andere aufhört. Ich kam zuerst durch South Bend, ignorierte jedoch all die verlockenden Essensangebote dort und fuhr ohne Stopp weiter nach Elkhart. Dort gönnte ich mir, nach dem harten Tag gestern, einen Besuch in einem Hotdog Restaurant und aß dort zwei außergewöhnliche und leckere Hot Dogs.

Ausnahmsweise doch nochmal ein Bild von meinem Essen.

Auf meinem gedanklichen Einkaufszettel stand außerdem noch ein neuer Hinterreifen. In einem Fahrradgeschäft in der Stadt hatte man zum Glück einen passenden vorrätig und ich bekam ihn sogar kostenlos gewechselt. Das nenn ich mal Service!

Nach dem obligatorischen Supermarktbesuch und dem Auffüllen aller vorhandenen Trinkflaschen, konnte ich mit gutem Gefühl wieder hinaus in die Wildnis fahren. Irgendwo mittendrin entdeckte ich neben der Landstraße ein großes Gebäude mit der Aufschrift „Das Dutchman Essenhaus“. Ich legte natürlich einen Zwischenstopp ein, um herauszufinden was es damit auf sich hat.

Das „Essenhaus“ ist ein riesiges Restaurant, welches ein Buffet im amischen Stil anbietet. Wer meinen Blog bis jetzt verfolgt hat, weiß wie gerne ich da gegessen hätte, jedoch war das Restaurant zu dieser Zeit gut besucht und es gab lange Wartezeiten. Außerdem hatte ich mal wieder noch keine Übernachtungsmöglichkeit in Sicht.

Es hatte mittlerweile heftig angefangen zu regnen und die Sichtverhältnisse waren schlecht. Auf Grund dieser Wetterverhältnisse wurde ich Zeuge von meinem ersten Beinaheunfall auf dieser Tour. Eine Pferdekutsche der Amischen, die es in diesem Gebiet tatsächlich noch häufiger auf offener Straße zu sehen gibt, fuhr ohne anzuhalten von einer kleinen Seitenstraße auf die große Landstraße. Der Kutscher war offenbar noch nicht im 21. Jahrhundert angekommen und ignorierte die heranfahrenden Autos völlig. Nur durch ein heftiges Bremsmanöver könnte schlimmeres verhindert werden. Die Kutsche fuhr jedoch völlig unbeeindruckt weiter. Dieser Zwischenfall veranlasste mich erst nochmal zu googlen was es genau nochmal mit den Amischen auf sich hat. Anscheinend leben die ja doch ein bisschen in einer etwas anderen Welt.

Ein Bauer der Amischen mäht sein Feld ohne einen Traktor zu verwenden.

Da ich auch heute, am vorletzten Tag des Ferienwochenendes kein Risiko eingehen wollte und ja bereits meine Erfahrungen mit vollen Campingplätzen gemacht hatte, buchte ich online bei KOA einen Zeltplatz. Über den Übernachtungspreis rede ich an dieser Stelle besser nicht.

Nach 125 km endlich an meinem Ziel angekommen, ärgerte ich mich zunächst über den mir zugeteilten Platz. Ich hatte ein Stück Wiese auf dem Präsentierteller bekommen. Um mich herum waren überall Familien und es wurde ausgelassen gefeiert. Mein Ärger verflog als ich von einer sehr netten Familie zum Essen eingeladen wurde. Es gab Mais vom eigenen Feld, selbst angebaute Kartoffeln und sogar Steak. Alle waren super freundlich und sehr interessiert an meinem kleinen Abenteuer. Sie verrieten mir zudem, dass es später noch ein Feuerwerk geben würde.

Besser hätte der Abend also gar nicht sein können. Ich wurde zum Essen eingeladen, konnte meine Klamotten waschen, kalt duschen und bekam doch noch mein Independence Day Feuerwerk zu sehen. Das war wirklich ein von vorne bis hinten positiver Tag!

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