Etappe 34 – Ein durchwachsener Feiertag

Etappe 34 – Ein durchwachsener Feiertag

Nach dem Aufstehen suchte ich nochmals erfolglos nach einer Übernachtungsmöglichkeit und fuhr deshalb relativ zügig und doch etwas verunsichert los. Das Problem ist, dass fast jeder Amerikaner an diesem verlängerten Wochenende frei hat und somit in den Kurzurlaub fährt. Glücklicherweise habe ich auf der Karte mal wieder einen Fahrradweg entdeckt.  

Zu meiner täglichen Routine gehört ganz selbst verständlich das Auftragen von Sonnencreme. Nach den ersten paar Kilometern stellte sich das aber als überflüssig heraus, da anfing zu regnen. Aufgrund der immer noch hohen Temperaturen, hatte ich aber keine Lust meine Regensachen anzuziehen und so waren der Regen und die nassen Klamotten sogar ziemlich erfrischend, allerdings nur bis mir die Sonnencreme in die Augen lief.

In Ottawa, der nächsten größeren Stadt, stieß ich auf den Fahrradweg und sah wie schlecht dieser ausgebaut war. Von dem schmalen und durch den Regen aufgeweichten Weg wechselte ich nach einem Kilometer wieder auf die Landstraße.

Von den Büschen und Bäumen rechts und links fühlte ich mich teilweise etwas bedrängt.
Ein paar kleine Hindernisse blockierten meinen Weg.

Zwischenzeitlich kam ich durch die amerikanische Version der Stadt Marseille und wurde dort von einer Kolonne wild gewordener Feuerwehrautos überholt. Mit lautem Hupen und aufheulenden Sirenen wurde so der Unabhängigkeitstag gefeiert.

Da habe ich dann auch mal ein richtiges amerikanisches Feuerwehrauto im ‘Einsatz’ gesehen.
Ich hoffe mal, dass das Auto kein richtiges Einsatzfahrzeug war.

Nach insgesamt 40 km auf der Landstraße und einer kleinen Pause an einer Tankstelle, wechselte ich wieder auf den Radweg. Es hatte mittlerweile aufgehört zu regnen und der Weg war wieder halbwegs befahrbar. Ich kam ziemlich gut voran, bis ich auf Grund einer Sperrung umgeleitet wurde. Die Beschilderung war verbesserungswürdig und somit verfuhr ich mich zweimal.

Mittlerweile hieß der Pfad „Illinois & Michigan Trail“ und folgte dem gleichnamigen Kanal durch ein großes Waldstück. Kanäle schienen in dieser Gegend früher schwer in Mode gewesen zu sein und so folgte ich dem Trail bis ich auf einen Mann mit einem E-Bike traf. Es war eine lustige Bekanntschaft, da wir uns über Fahrräder austauschten und der Mann schon den ein oder anderen Joint geraucht hatte bzw. immer noch rauchte. Er war auf jeden Fall ziemlich cool drauf und mir fiel zudem auf wie wenig E-Bikes und Pedelecs es hier in Amerika, vor allem im Vergleich zu Deutschland, gibt.

Da ich zwischenzeitlich einen Campingplatz gefunden hatte, der noch Kapazitäten für einen, mittlerweile wieder besser gelaunten, Fahrradfahrer mit kleinem Zelt besaß, beschloss ich in der Stadt Joliet eine Pause einzulegen. Auf meiner gedanklichen Fast-Food Checkliste stand noch die Kette Culver’s und so machte ich einen kleinen Umweg, um die Burger und das Eis dort zu probieren. Fast drei Stunden verbrachte ich dem Restaurant, da es dort schnelles WLAN gab und natürlich auch klimatisiert war. Schließlich hing ich mit meinen Blogeinträgen schon ziemlich hinterher und musste mal wieder etwas aufholen.

In Joliet habe ich den Des Plaines River überquert.
Sogar eine richtige Hebebrücke gab es dort.

Kurz vor Einbruch der Dunkelheit machte ich mich auf den Weg zu meinem Campingplatz, der direkt an der Autobahn lag. Für meine 30 Dollar waren der Autobahnlärm und die unverschämt runtergekommenen Duschen sogar inklusive. Jetzt wusste ich auch warum noch Plätze frei waren. An diesem Wochenende muss ich wohl ein paar Abstriche machen und das nehmen, was übrig bleibt.

Das musste ich einfach mal bildlich festhalten. So macht das Duschen keine Freude.

Wenigstens konnte man von meinem Platz das Feuerwerk in der Stadt relativ gut sehen, aber an den richtigen Feierlichkeiten zum Unabhängigkeitstag konnte ich nicht teilnehmen. Zusammenfassend war dieser Feiertag für mich doch eher durchwachsen.

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