Etappe 32 – Über den Mississippi

Etappe 32 – Über den Mississippi

Mal wieder überlegte ich noch einen Tag länger auf dem Campingplatz zu bleiben und etwas Pause zu machen, aber ich hatte leider nicht genug Verpflegung dabei. Supermärkte gab es in der Nähe des Parks nicht und so machte ich mich auf nach Iowa City.

Nach ca. 25 Kilometern erreichte ich die Stadt und füllte erstmal meine Vorräte auf. Da ich auch diesmal nicht wirklich Lust hatte mich noch länger in der Stadt aufzuhalten, fuhr ich schnell weiter. Ich bin es mittlerweile gewohnt ungehindert von Ampeln und komplizierten Straßenführungen vorwärts zu kommen, sodass mich Städte einfach nur noch nerven. Irgendwie fühle ich mich dort immer mehr in meiner Freiheit eingeschränkt.

Ich folgte weiterhin dem Highway 6, bis dieser einen Knick machte und Google Maps eine schnellere Alternative kannte. Eigentlich wollte ich dem Highway auch für den Rest des Tages weiter folgen, doch die alternative Route versprach eine große Zeitersparnis. Da die Abkürzung so verlockend war, prüfte ich nicht großartig ob die Route auch in Ordnung ist und wurde nach kurzer Zeit daran erinnert, dass man aus seinen Fehlern lernen sollte. Der Untergrund der Abkürzung war mal wieder unbefestigt und ich ärgerte mich schwarz. Nach etwa 5 Kilometern Schotterpiste kam ich, durch manuelles Umplanen, wieder auf eine befahrbare Straße, hatte im Endeffekt aber mehr Zeit verloren, als gewonnen. Ich schiebe das jetzt einfach mal auf die Hitze.

Oh, da habe ich mich wohl verfahren!

Ein kleines Zwischenfazit an dieser Stelle: Insgesamt betrachtet hat meine Herangehensweise an die Routenplanung bis jetzt super funktioniert. Die Fehlplanungen bzw. unangenehmen Straßenabschnitte bleiben halt einfach besser im Gedächtnis. Der absolute Großteil der Strecke war aber völlig in Ordnung und gut befahrbar. Allerdings hatte ich zwischenzeitlich ein paar Probleme mit dem Internet, was die kurzfristige Planung erschwerte. Trotzdem, wenn es weiterhin so gut läuft, sollte ich kein Problem haben meinen Weg nach New York zu finden.

Über kleine Nebenstraßen gelang ich wieder auf einen großen Highway, welcher diesmal sogar vier Spuren hatte und mich nach Davenport brachte. Im Stadtgebiet angekommen, wechselte ich auf einen Fahrradweg und konnte zum ersten Mal einen Blick auf den Mississippi werfen. Die anfängliche Euphorie verflog etwas, da ich mir den bekannten Fluss irgendwie etwas imposanter vorgestellt hatte. Wahrscheinlich habe ich ihn aber auch nur an der falschen Stelle gequert. Flussabwärts gibt es bestimmt mehr zu sehen.

Der Mississippi in seiner vollen Pracht.
Brücken gab es auf jeden Fall einige.

Die Flusspromenade in Davenport war gerade erst wieder betretbar, da sie bis vor kurzem noch unter den Wassermassen des Flusses verschwunden war. Nach einigen Kilometern auf der teilweise noch schlammigen Promenade überquerte ich den Fluss und betrat somit Illinois. Auf der Brücke gab es kein Schild und ich merkte gar nicht, dass ich in einen anderen Staat kam.

Kein Schild weit und breit.
Diese Brücke war gruselig und definitiv nichts für Menschen mit Höhenangst. Die Metallgitter waren nicht richtig fest und machten beängstigende Geräusche beim Betreten.
Aus irgendeinem Grund muss man hier einen Helm tragen. Bei einem Sturz ins Wasser nützt mir das auch nichts mehr.
Immerhin habe ich doch noch ein kleines Illinois-Schild gefunden.

Für diese Nacht hatte ich mal wieder einen Warmshowers Gastgeber gefunden und steuerte in Illinois somit das Haus von Al und seiner Frau an. Auf dem Weg lag aber noch ein ziemlich bekannter Eiscreme Shop und ich konnte natürlich nicht einfach daran vorbeifahren. Man könnte echt meinen ich würde mich einseitig ernähren.

Ein Traum! Softeis mit Himbeeren.

Al und seine Frau waren super nett zu mir und nahmen mich für diese Nacht in ihrem Gästezimmer auf. Das fühlte sich wieder sehr luxuriös an an! Al grille extra für mich noch ein paar Würstchen und es gab viel zu bereden, da er selbst vor kurzem von Küste zu Küste gefahren ist. Es war interessant sich mal mit jemandem auszutauschen, der das selbe Abenteuer durchlebt hat.

Ich musste mir Mühe geben mich nicht an das weiche und gemütliche Bett zu gewöhnen, da bestimmt noch einige Nächte im Zelt folgen werden.  

2 Antworten

  1. Al & Kerry Nordstrom sagt:

    Hi Sebastian,
    We were happy to have hosted you for the night when you crossed the Mississippi. It’s always fun to share stories with a brother bike tourist. I’m delighted you finished your awesome trek across America. I’m anxious to read the final chapters of your trip to New York City.

    • Sebastian Bublies sagt:

      Hi Al and Kerry,
      it was very nice talking to you. I really enjoyed that evening!
      I’m going to publish the missing entries in the next days/weeks. A lot has happened on the rest of my trip to New York City.
      I hope you can do some exciting bike trips in the future. I will definitely keep an eye on your website!

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