Etappe 31 – Little Germany

Etappe 31 – Little Germany

Besser konnte der Tag gar nicht starten! Jane machte mir ein leckeres Omelett zum Frühstück und gab mir noch ein bisschen Proviant mit. Als ich ihr dann von meinem Platzmangel erzählte, erkläre sie sich bereit, mir einige meiner Sachen, die ich für den Rest der Tour nicht mehr brauchen würde, in einem Paket nach New York zu schicken. Ich ließ also ein paar warme Klamotten und ein bisschen Kleinkram bei Jane. Das hat mir echt sehr geholfen!

Die Sonne brannte auch an diesem Tag wieder erbarmungslos auf mich herab. Trotzdem fuhr ich Kilometer für Kilometer auf dem Highway 6 Richtung Osten. Eigentlich darf ich mich nicht beschweren, da ich lieber in der Hitze brüte, als gegen den Wind zu fahren. Ich bin generell überrascht wie wenig Probleme ich mit dem Wind hatte. Bis auf zwei oder drei Tage in der Wüste und des Rockies, wurde ich von Gegenwind verschont.

Ich bin schon wieder unerwartet schnell vorangekommen. Noch eine Meile bis Brooklyn!
Der Highway 6 begleitete mich jetzt schon eine ganze Weile.

Es passierte nicht viel Spannendes bis ich, durch einen Zufall, auf Google Maps die Amana Siedlungen entdeckte. Diese Dörfer wurden von Deutschen Auswanderern gegründet und lagen, mehr oder weniger direkt, auf meiner Route. Dieses Zwischenziel steigerte meine Motivation etwas und der ewige Ausblick auf die Maisfelder wurde doch etwas erträglicher.

Endlich mal eine Begrüßung, die ich verstehe. “Willkommen”

Bei den Siedlungen angekommen, wurde ich dann doch ein kleines bisschen enttäuscht. Die ersten Dörfer unterschieden sich nicht wirklich von allen anderen, die ich bis jetzt gesehen hatte. Im größten Dorf Amana war dann, bei genauerem Hinsehen, der deutsche Ursprung etwas zu erkennen. Bis auf ein paar deutsche Namen, der Kirche und dem Friedhof gab es aber keine wirklich großen Verbindungen zur ehemaligen Heimat mehr. Alles wirkte etwas zu touristisch aufgebläht und der Geschenkartikelladen war unglaublich kitschig. Allerdings waren die meisten anderen Geschäfte bereits geschlossen und auch das Museum konnte ich nicht besichtigen.

Eins der wenigen Schilder, die auf den deutschen Ursprung des Ortes hindeuteten.
Der Sonntagsgottesdienst findet anscheinend aber auch noch auf Deutsch statt. Die englischsprachigen Bewohner dürfen allerdings länger schlafen.
Hier auf dem Friedhof ist die Vergangenheit noch ein bisschen spürbar gewesen. Überall sah ich, teils ziemlich lustig klingende, Deutsche Namen.

Ich entschied mich nicht mehr weiter nach Iowa City zu fahren und stattdessen einem der beiden angeblich Deutschen Restaurants einen Besuch abzustatten. Dort bestellte ich ein „family-style Schnitzel“ und wurde diesmal sogar positiv überrascht. Für meine 20 Dollar bekam ich sogar noch sieben kleine Beilagen, die übrigens immer wieder kostenlos aufgefüllt wurden, dazu. Warum gibt es das nicht bei uns?

Ziemlich satt musste ich dann noch etwa 20 Kilometer, bis zu meinem Campingplatz für diese Nacht, zurücklegen. Ich habe diesmal wieder einen Platz in einem State Park gefunden und war ziemlich froh nicht doch noch weitergefahren zu sein. Mit 20 Dollar habe ich auch heute wieder nicht gerade günstig übernachtet, aber der Platz war echt super. Ich hatte schnelles WLAN, einen Stromanschluss, Wasser und es gab, ganz besonders wichtig, Duschen.

Ziemlich zufrieden beobachtete ich vorm Einschlafen mal wieder die Glühwürmchen.

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