Etappe 30 – Stadt-Land-Fahrradweg

Etappe 30 – Stadt-Land-Fahrradweg

Da mein Frühstück für diesem Morgen gestern auf mysteriöse Weise verschwunden war, kaufe ich mir heute zum Frühstück ein Meatball-Sandwich bei einer Tankstelle in Panora. Es schmeckte irgendwie seltsam und war zudem noch ziemlich teuer, Tankstelle halt.

Dafür freute ich mich auf den ersten Teil der heutigen Strecke schon seit Tagen. Etwas über 70 km auf richtigen Fahrradwegen stand mich bevor. Doch als ich den „bike trail“ in Panora betrat, wurde ich von einigen Hinweisschildern erstmal zu einer Zahlung von zehn Dollar aufgefordert, um mir eine „Benutzungserlaubnis“ zu kaufen. Da mein Englisch sehr schlecht ist, konnte ich die Schilder aber nicht richtig deuten. Also das wäre also jedenfalls meine Ausrede gewesen, wenn mich jemand nach meiner „permit“ gefragt hätte.

Ein traumhafter Radweg und so viel Grün!

Die erste Hälfte des Fahrradweges führte, fernab von Straßen und Autos, durch ein Waldstück. Vor der prallen Sonne war ich also erstmal etwas geschützt. An diesem Sonntag waren viele andere Radfahrer unterwegs und so überholte mich mittendrin ein Paar auf Rennrädern. Als kleine sportliche Herausforderung habe ich für fast 20 km das Tempo der beiden mitgehalten. Meine Beine dankten es mir nicht und ich bereute es kurz nachher schon wieder, so verschwenderisch mit meinen Kraftreserven umgegangen zu sein.

In regelmäßigen Abständen standen solche Wasserspender am Wegesrand, sogar in drei verschiedenen Höhen. Einer für Erwachsene, einer für Kinder, aber für wen ist der Spender da auf dem Boden? Für Tiere? Oder Kleinkinder?

Nach einiger Zeit war der Wald zu Ende und der Weg folgte einer Hauptverkehrsstraße. Kurz vor dem Stadtgebiet von Des Moine, der Hauptstadt von Iowa, bog der Weg ab und verließ die Straße wieder. Fußgänger und Fahrradfahrer durften nun einem Weg neben einem Fluss folgen. Ganz ohne mich durch den Autoverkehr kämpfen zu müssen, erreichte ich das Stadtzentrum.

Man merkt gar nicht, dass man mitten in der Stadt ist.

Auf eine Besichtigung verzichtete ich aber und fuhr auf direktem Weg wieder aus der Stadt hinaus. Mittlerweile hatte ich auf Warmshowers eine Rückmeldung bekommen und somit einen Übernachtungsort in der Nähe von Newton gefunden. Dort wollte ich nicht allzu spät ankommen und nahm somit einen recht viel befahrenen Highway aus der Stadt hinaus. Zum Glück hatte dieser einen recht breiten Seitenstreifen und es ließ sich dort entspannt fahren.

In der Ferne tauchte ein imposantes Gebäude auf.

Zwischendrin fuhr ich über eine Straße, welche mit schwarzer Teermasse geflickt wurde. Diese Teermasse war durch die Sonne aber so heiß geworden, dass sie sich zu einer klebrigen Masse verflüssigt hatte und an meinen Reifen haften blieb. Das Ergebnis war, dass meine Reifen, Schutzbleche und auch der Rahmen voll von diesem Zeug waren. Es war ziemlich ekelhaft die Sauerei wieder abzukratzen.

Auch an meinen Schuhen blieb das Zeug hängen.

Unterwegs gönnte ich mir dann doch noch ein Eis bei einem kleinen Imbiss und ich muss sagen, dass es doch deutlich besser war, als bei Dairy Queen. Wenn es geht, sollte man ja immer bei lokalen Restaurants essen und die großen Ketten meiden. In dünn besiedelten Gebieten war das aber leider manchmal doch recht schwer.

Nichts geht über Softeis mit Oreo-Stückchen!

Auf dem Weg zu meiner Unterkunft musste ich noch eine Baustelle durchqueren. Eine Brücke wurde auf der kleinen Nebenstraße erneuert und ich wusste nicht, ob ich trotzdem dort durchkommen würde. Zum Glück führte ein Pfad durch die Baustelle und über den Bach und ich musste keinen großen Umweg nehmen.

Trotz fehlender Brücke, kam ich über den Bach.

Jim und Jane, meine Gastgeber für diese Nacht erwarteten mich schon und waren so nett mich in ihrem Gästezimmer schlafen zu lassen. Jim ist ein leidenschaftlicher Outdoorsportler und schon den gesamten Appalachen Wanderweg gewandert. Jane engagiert sich viel in sozialen Projekten in der Region und somit war es sehr interessant die beiden und ihre Familie kennenzulernen.

Zusammen aßen wir Pizza und spielten anschließend noch etwas Karten. Nach den vergangenen Nächten im Zelt, kam mir das klimatisierte Gästezimmer geradezu luxuriös vor.

Eine Antwort

  1. Max Braun sagt:

    Vielen lieben Dank für den interessanter Artikel!
    Prima Blog.

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